Isa Melsheimer, false ruins and lost innocence

Isa Melsheimer, false ruins and lost innocence

Esther Schipper, Berlin
Januar 14 – Februar 27, 2021
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  • Isa Melsheimer, false ruins and lost innocence


     

    Esther Schipper freut sich die dritte Einzelausstellung von Isa Melsheimer mit der Galerie zu präsentieren.

     

    Die Ausstellung mit dem Titel false ruins and lost innocence umfasst drei großformatige Keramiken, Textilarbeiten und eine Serie von Gouachen.

  • Isa Melsheimer ist bekannt für die Auseinandersetzung mit der Geschichte von Baustilen, in ihren Arbeiten kommen sowohl ihre intensiven Recherchen sowie formbezogene Untersuchungen zum Ausdruck

     

    Die Künstlerin, deren Werk sich mit modernistischer, postmoderner und brutalistischer Ästhetik auseinandersetzt, hat in den letzten Jahren zunehmend organische Elemente in die Gebäude eingebracht – geprägt durch ihre Lektüre posthumaner theoretischer Debatten sowie durch ihre Auseinandersetzung mit der metabolistischen Architektur, einer Bewegung, die ihren Ursprung im Japan der 1960er Jahre hat

     

    Isa Melsheimers Werke tragen ihre weitreichenden Assoziationen mit Leichtigkeit: persönliche, literarische, historische, philosophische, architektonische Bezüge werden in einer intensiven Materialität aufgelöst. 

  • Ausstellungsansicht: Isa Melsheimer, false ruins and lost innocence, Esther Schipper, Berlin, 2020. Foto © Andrea Rossetti
    Ausstellungsansicht: Isa Melsheimer, false ruins and lost innocence, Esther Schipper, Berlin, 2020. Foto © Andrea Rossetti
  • Ausstellungsansicht: Isa Melsheimer, false ruins and lost innocence, Esther Schipper, Berlin, 2020. Foto © Andrea Rossetti
    Ausstellungsansicht: Isa Melsheimer, false ruins and lost innocence, Esther Schipper, Berlin, 2020. Foto © Andrea Rossetti
  • Ausstellungsansicht: Isa Melsheimer, false ruins and lost innocence, Esther Schipper, Berlin, 2020. Foto © Andrea Rossetti
    Ausstellungsansicht: Isa Melsheimer, false ruins and lost innocence, Esther Schipper, Berlin, 2020. Foto © Andrea Rossetti
    • Isa Melsheimer false ruins and lost innocence 1, 2020 Keramik, Sockel 104 x 80,5 x 122 cm (Skulptur) 50 x 160 x 110 (Sockel)
      Isa Melsheimer
      false ruins and lost innocence 1, 2020

      Keramik, Sockel

      104 x 80,5 x 122 cm (Skulptur)
      50 x 160 x 110 (Sockel)

    false ruins and lost innocence 1, 2020


     

    Ausgangspunkt für die großformatige Keramik ist das so genannte Cuckoo Coffee House in Da Nang, Vietnam, ein Gebäude aus dem Jahr 2019, das von einem jungen vietnamesischen Architekturbüro namens Tropical Space entworfen wurde.

     

    Die neuen Skulpturen sind die bisher größten und technisch komplexesten Keramiken der Künstlerin. Ähnlich wie bei ihrer charakteristischen Verwendung von Beton hat Isa Melsheimer, die 2013 begann mit Keramik zu arbeiten, die Grenzen dieses Handwerks in Maßstab und Technik erweitert und sich das Medium vollständig zu eigen gemacht. 

     

     

     Cuckoo Coffee House, Da Nang, Vietnam, Tropical Space, 2019. Foto © Oki Hiroyuki
  • Isa Melsheimer, false ruins and lost innocence 1, 2020, Keramik, Sockel, 104 x 80,5 x 122 cm (Skulptur), 50 x 160 x 110 (Sockel). Foto © Andrea Rossetti
    Isa Melsheimer, false ruins and lost innocence 1, 2020, Keramik, Sockel, 104 x 80,5 x 122 cm (Skulptur), 50 x 160 x 110 (Sockel). Foto © Andrea Rossetti
  • Im Innern der mehrfach verschachtelten Formen, die auf einen umschlossenen Garten blicken, scheint ein kleiner Wald von Bäumen zu gedeihen, deren Stämme üppig glasiert sind.

     

    Die Arbeit ist ein Beispiel für die zunehmende Präsenz organischer Elemente in Melsheimers Keramikarbeiten. Verstärkt durch den Aufenthalt der Künstlerin im Jahr 2017 auf den Fogo-Inseln, der eine Auseinandersetzung mit der Natur hervorbrachte, die schon immer im Werk präsent war, aber vielleicht als Folge ökologischer Debatten an Dringlichkeit gewonnen hat.

  • Ausstellungsansicht: Isa Melsheimer, false ruins and lost innocence, Esther Schipper, Berlin, 2020. Foto © Andrea Rossetti
    Ausstellungsansicht: Isa Melsheimer, false ruins and lost innocence, Esther Schipper, Berlin, 2020. Foto © Andrea Rossetti
    • Isa Melsheimer Nr. 462, 2020 Gouache auf Papier 56 x 76,5 cm (ungerahmt) 65 x 86 x 4 cm (gerahmt)
      Isa Melsheimer
      Nr. 462, 2020

      Gouache auf Papier
      56 x 76,5 cm (ungerahmt)
      65 x 86 x 4 cm (gerahmt)

    Nr. 462, 2020


     

    Aus einer neuen Serie großformatiger Gouachen zeigt dieses stark abstrahierte Werk das Innere eines Raumes, angedeutet durch die graue Fläche oben, die an eine Betondecke erinnert, und einen Ausschnitt voluminöser gelber Vorhänge. Das Bild bezieht sich auf ein Gebäude des in der Schweiz geborenen Architekten Albert Frey, der nach seiner Emigration in die USA 1934 den so genannten "Desert Modernism" begründete, einen charakteristischen Stil, der sich an der Landschaft des Westens der Vereinigten Staaten orientiert.

     

    Bekannt als Frey House II - es war das zweite Haus des Architekten - wurde das Gebäude 1964 in der Nähe von Palm Springs, Kalifornien, errichtet. Die Fragmente vertikaler und horizontaler Fensterrahmen geben dieser Gouache durch die große weiße Fläche unbemalten Papiers ein Gefühl von Struktur und machen sie zu einem auffallend abstrakten Werk.

     

     

    Frey House II, Albert Frey, Palm Springs, 1964. Foto © Dan Chavkin
  • Isa Melsheimer, Nr. 462, 2020, Gouache auf Papier, 56 x 76,5 cm (ungerahmt), 65 x 86 x 4 cm (gerahmt). Foto © Andrea Rossetti
    Isa Melsheimer, Nr. 462, 2020, Gouache auf Papier, 56 x 76,5 cm (ungerahmt), 65 x 86 x 4 cm (gerahmt). Foto © Andrea Rossetti
    • Isa Melsheimer Nr. 463, 2020 Gouache auf Papier 56 x 76,5 cm (ungerahmt) 65 x 86 x 4 cm (gerahmt)
      Isa Melsheimer
      Nr. 463, 2020

      Gouache auf Papier
      56 x 76,5 cm (ungerahmt)
      65 x 86 x 4 cm (gerahmt)

    Nr. 463, 2020


     

    Aus einer neuen Serie großformatiger Gouachen zeigt dieses Werk das Innere eines ansonsten spärlich möblierten Gebäudes mit einer großen Fensterfront. Das Bild basiert auf einem Projekt des niederländischen Architekturbüros Inside Outside, das in den Jahren 2011-12 mehrere textile und landschaftliche Interventionen in das berühmte Maison Bordeaux einführte, das ursprünglich 1994-98 von Rem Koolhaas' Büro Office for Metropolitan Architecture, bekannt als OMA, gebaut wurde.

     

    Rote und rosafarbene Draperie auf der linken Seite der Zeichnung kontrastieren mit dem hellen Blau dessen, was Betrachter für den Himmel halten mögen. Obwohl das Werk als Innenraum erkennbar ist, da die graue Fläche oben eine konkrete Raumdecke andeutet, besitzt es eine abstrakte Sensibilität.

  • Isa Melsheimer, Nr. 463, 2020, Gouache auf Papier, 56 x 76,5 cm (ungerahmt), 65 x 86 x 4 cm (gerahmt). Foto © Andrea Rossetti
    Isa Melsheimer, Nr. 463, 2020, Gouache auf Papier, 56 x 76,5 cm (ungerahmt), 65 x 86 x 4 cm (gerahmt). Foto © Andrea Rossetti
  • Ausstellungsansicht: Isa Melsheimer, false ruins and lost innocence, Esther Schipper, Berlin, 2020. Foto © Andrea Rossetti
    Ausstellungsansicht: Isa Melsheimer, false ruins and lost innocence, Esther Schipper, Berlin, 2020. Foto © Andrea Rossetti
    • Isa Melsheimer Nr. 464, 2020 Gouache auf Papier 56 x 76,5 cm (ungerahmt) 65 x 86 x 4 cm (gerahmt)
      Isa Melsheimer
      Nr. 464, 2020

      Gouache auf Papier
      56 x 76,5 cm (ungerahmt)
      65 x 86 x 4 cm (gerahmt)

    Nr. 464, 2020


     

    Aus einer neuen Serie großformatiger Gouachen stellt dieses Werk das Innere eines Raumes dar, angedeutet durch einen gefliesten geometrischen Boden und voluminöse Vorhänge, hinter dem die Silhouette einer Figur zu sehen ist.

     

    Obwohl das Werk als Innenraum erkennbar ist, besitzt es auch eine ungewöhnlich abstrakte Sensibilität und, ebenfalls selten für Melsheimer, beinhaltet eine menschliche Präsenz.

     

     

    Foto © Inside Outside
  • Isa Melsheimer, Nr. 464, 2020, Gouache auf Papier, 56 x 76,5 cm (ungerahmt), 65 x 86 x 4 cm (gerahmt). Foto © Andrea Rossetti
    Isa Melsheimer, Nr. 464, 2020, Gouache auf Papier, 56 x 76,5 cm (ungerahmt), 65 x 86 x 4 cm (gerahmt). Foto © Andrea Rossetti
  • Ausstellungsansicht: Isa Melsheimer, false ruins and lost innocence, Esther Schipper, Berlin, 2020. Foto © Andrea Rossetti
    Ausstellungsansicht: Isa Melsheimer, false ruins and lost innocence, Esther Schipper, Berlin, 2020. Foto © Andrea Rossetti
    • Isa Melsheimer false ruins and lost innocence 2, 2020 Keramik, Sockel 96 x 78 x 120 cm (Skulptur) 50 x 190 x 160 cm (Sockel)
      Isa Melsheimer
      false ruins and lost innocence 2, 2020

      Keramik, Sockel

      96 x 78 x 120 cm (Skulptur)
      50 x 190 x 160 cm (Sockel)

    false ruins and lost innocence 2, 2020


     

    Die großformatige Keramik basiert auf einem brutalistischen Gebäude, dem Bostoner Rathaus von Kallmann McKinnell & Knowles / Campbell, Aldrich & Nulty: Rathaus von Boston, 1962-1968.

     

    Das Gebäude gehört zu den vielen brutalistischen Bauten, die in Ungnade gefallen sind und abgerissen wurden oder, wie dieses Gebäude, 2006 abgerissen werden sollten. Melsheimer hat schon mehrmals nicht mehr existierende oder demnächst abzureißende Gebäude dargestellt.

     

     

    Boston City Hall, Kallmann McKinnell & Knowles / Campbell, Aldrich & Nulty, 1962–68. Foto © Bill Lebovic/Library of Congress, 1981
  • Isa Melsheimer, false ruins and lost innocence 2, 2020, Keramik, Sockel, 96 x 78 x 120 cm (Skulptur), 50 x 190 x 160 cm (Sockel). Foto © Andrea Rossetti
  • Die Struktur der charakteristischen Fassade des Rathauses in groben Zügen abbildend, hat Melsheimer flankierende menschliche Beine hinzugefügt. Die keramischen Gliedmaßen basieren zwar auf Abgüssen ihrer eigenen Beine, beziehen sich aber auch auf die mythologischen Figuren des Neuen Palais in Potsdam, genauer gesagt auf die Vorliebe des 18. Jahrhunderts für falsche Ruinen und die Kombination von mythologischen und grotesken Figuren in fantastischen Grotten. So enthält das höhlenartige Innere der Keramikstruktur mehrere Gruppen von architektonischen Ruinen, die bunt glasiert sind.

  • Isa Melsheimer, false ruins and lost innocence 2, 2020, Keramik, Sockel, 96 x 78 x 120 cm (Skulptur), 50 x 190 x 160 cm (Sockel). Foto © Andrea Rossetti
    Isa Melsheimer, false ruins and lost innocence 2, 2020, Keramik, Sockel, 96 x 78 x 120 cm (Skulptur), 50 x 190 x 160 cm (Sockel). Foto © Andrea Rossetti
  • Ausstellungsansicht: Isa Melsheimer, false ruins and lost innocence, Esther Schipper, Berlin, 2020. Foto © Andrea Rossetti
    Ausstellungsansicht: Isa Melsheimer, false ruins and lost innocence, Esther Schipper, Berlin, 2020. Foto © Andrea Rossetti
    • Isa Melsheimer Nr. 461, 2020 Gouache auf Papier 56 x 76,5 cm (ungerahmt) 65 x 86 x 4 cm (gerahmt)
      Isa Melsheimer
      Nr. 461, 2020

      Gouache auf Papier
      56 x 76,5 cm (ungerahmt)
      65 x 86 x 4 cm (gerahmt)

    Nr. 461, 2020


     

    Aus einer neuen Serie großformatiger Gouachen kombiniert dieses Werk eine architektonische Struktur aus Beton mit zwei rechteckigen Farbabschnitten, von denen einer rosa und der andere grün ist.

     

    Das Bild der architektonischen Struktur lehnt sich an die Casa Antônio Junqueira in São Paulo an, die 1976-80 von dem brasilianischen Architekten Paulo Mendes da Rocha erbaut wurde. Mehrere Pflanzen, die sich in Wellenbewegungen ausbreiten, sind als Silhouetten gegen die Elemente dargestellt.

  • Isa Melsheimer, Nr. 461, 2020, Gouache auf Papier, 56 x 76,5 cm (ungerahmt), 65 x 86 x 4 cm (gerahmt). Foto © Andrea Rossetti
    Isa Melsheimer, Nr. 461, 2020, Gouache auf Papier, 56 x 76,5 cm (ungerahmt), 65 x 86 x 4 cm (gerahmt). Foto © Andrea Rossetti
  • Ausstellungsansicht: Isa Melsheimer, false ruins and lost innocence, Esther Schipper, Berlin, 2020. Foto © Andrea Rossetti
    Ausstellungsansicht: Isa Melsheimer, false ruins and lost innocence, Esther Schipper, Berlin, 2020. Foto © Andrea Rossetti
    • Isa Melsheimer Nr. 465, 2020 Gouache auf Papier 70 x 100 cm (ungerahmt) 79 x 109 x 4 cm (gerahmt)
      Isa Melsheimer
      Nr. 465, 2020

      Gouache auf Papier
      70 x 100 cm (ungerahmt)
      79 x 109 x 4 cm (gerahmt)

    Nr. 465, 2020


     

    Aus einer neuen Serie großformatiger Gouachen zeigt dieses Werk das Innere eines ansonsten spärlich möblierten Gebäudes mit einer zentralen zylindrischen Form rötlicher Vorhänge. Das Bild basiert auf einem Projekt des niederländischen Architekturbüros Inside Outside, das in den Jahren 2011-12 mehrere textile und landschaftliche Interventionen in das berühmte Maison Bordeaux einführte, das ursprünglich 1994-98 von Rem Koolhaas' Büro Office for Metropolitan Architecture, bekannt als OMA, gebaut wurde.

     

    Der farbenfrohe Fliesenboden lehnt sich an ein Gemälde eines italienischen Altmeisters in der Berliner Gemäldegalerie an. Gepaart mit einer grauen, an Beton erinnernden Zimmerdecke, während auf der rechten Seite verschiedenfarbige Vasen dargestellt sind, scheint links ein Fragment fein gezeichnete Draperie geisterhaft zu schweben.

  • Isa Melsheimer, Nr. 465, 2020, Gouache auf Papier, 70 x 100 cm (ungerahmt), 79 x 109 x 4 cm (gerahmt). Foto © Andrea Rossetti
    Isa Melsheimer, Nr. 465, 2020, Gouache auf Papier, 70 x 100 cm (ungerahmt), 79 x 109 x 4 cm (gerahmt). Foto © Andrea Rossetti
    • Isa Melsheimer Nr. 467, 2020 Gouache auf Papier 70 x 100 cm (ungerahmt) 79 x 109 x 4 cm (gerahmt)
      Isa Melsheimer
      Nr. 467, 2020

      Gouache auf Papier
      70 x 100 cm (ungerahmt)
      79 x 109 x 4 cm (gerahmt)

    Nr. 467, 2020


     

    Aus einer neuen Serie großformatiger Gouachen kombiniert dieses Werk ein historisches Gebäude, die 1966 von dem italienischen Architekten Leonardo Salvioli erbaute Villa Taddei in Fiesole bei Florenz, mit Elementen eines berühmten Renaissance-Wandgemäldes von Pinturicchio, Cappella Baglioni in Spello, aus der Zeit um 1500.

     

    Melsheimer hat die Figur eines Engels aus dem größeren Bild, das eine Anbetung der Heiligen Drei Könige darstellt, isoliert und das Motiv in ihre Darstellung der brutalistischen architektonischen Struktur auf dunklem Grund integriert. Die Künstlerin stellte die Draperie und einen der vogelähnlichen Flügel des Engels dar, nicht aber das Gesicht oder den Körper der Figur. Vor einem ansonsten dunklen Hintergrund platziert, scheint das brutalistische Gebäude auf einem dichten Netz aus grünen Pflanzen zu ruhen.

     

     

    Detail: Pinturicchio, Cappella Baglioni, Spello, ca. 1500
  • Isa Melsheimer, Nr. 467, 2020, Gouache auf Papier, 70 x 100 cm (ungerahmt), 79 x 109 x 4 cm (gerahmt). Foto © Andrea Rossetti
    Isa Melsheimer, Nr. 467, 2020, Gouache auf Papier, 70 x 100 cm (ungerahmt), 79 x 109 x 4 cm (gerahmt). Foto © Andrea Rossetti
  • Ausstellungsansicht: Isa Melsheimer, false ruins and lost innocence, Esther Schipper, Berlin, 2020. Foto © Andrea Rossetti
    Ausstellungsansicht: Isa Melsheimer, false ruins and lost innocence, Esther Schipper, Berlin, 2020. Foto © Andrea Rossetti
    • Isa Melsheimer false ruins and lost innocence 3, 2020 Keramik, Sockel 101 x 105 x 79 cm (Skulptur) 50 x 120 x 140 cm (Sockel)
      Isa Melsheimer
      false ruins and lost innocence 3, 2020

      Keramik, Sockel

      101 x 105 x 79 cm (Skulptur)
      50 x 120 x 140 cm (Sockel)

    false ruins and lost innocence 3, 2020


     

    Die großformatige Keramikarbeit geht von einem Gebäude des berühmten modernistischen Architekten Le Corbusier aus, der Villa Shodhan, die zwischen 1951-56 im indischen Ahmedabad gebaut wurde. Es handelt sich um ein Spätwerk, das der Architekt während des Baus seines massiven Regierungskomplexes in Chandigarh errichtete.

     

    Die Verwendung von unfertigem Beton hat eine Rauheit, die die spätere Ästhetik der brutalistischen Architektur erahnen lässt. 

     

     

    Villa Shodhan, Le Corbusier, Ahmedabad, 1951-56. Foto © G. E. Kidder Smith. Copyright © Massachusetts Institute of Technology

  • Im Inneren der Struktur ruht ein Pferdekopf aus Keramik. Die Form basiert auf einer berühmten griechischen Skulptur aus dem Jahr 438 v. Chr., die auf dem Tympanon des Parthenon auf der Akropolis in Athen stand und den Wagen der Mondgöttin Selene darstellt.

     

    Innerhalb der architektonischen Figur platziert, evoziert der Kopf die lange Geschichte der Kunst und Architektur, aber er stellt auch einen störenden Einfluss dar: ein Tier, organische Formen, die Unberechenbarkeit des Lebens selbst, repräsentiert durch dieses Beispiel antiker griechischer Kunst.

  • Ausstellungsansicht: Isa Melsheimer, false ruins and lost innocence, Esther Schipper, Berlin, 2020. Foto © Andrea Rossetti
    Ausstellungsansicht: Isa Melsheimer, false ruins and lost innocence, Esther Schipper, Berlin, 2020. Foto © Andrea Rossetti
  • Embroidered Curtain Appliqué, 2020


     

    Die bestickte Applikation ist eine maßgefertigte Textilarbeit, die auf verschiedenen Stoffoberflächen wie z. B. Vorhängen, Möbelstoffen oder Kleidungsstücken aufgebracht werden kann.

     

    Die abgebildete Arbeit ist ein Beispiel. Dieses Motiv ist von einem Ereignis in der Vatikanstadt im Jahr 2014 inspiriert, als Papst Franziskus und zwei Kinder während eines Gottesdienstes am Sonntagmorgen im Apostolischen Palast in der Vatikanstadt weiße Tauben als Friedensgeste freiließen. Die Tauben wurden sofort von anderen Vögeln angegriffen. Das Bild knüpft an kunsthistorische Zitate Melsheimers in neueren Gouachen aus der Verkündigung an, die den Heiligen Geist als Taube darstellen.

  • Ausstellungsansicht: Isa Melsheimer, false ruins and lost innocence, Esther Schipper, Berlin, 2020. Foto © Andrea Rossetti
  • Curtain (Höhenweg), 2020


     

    Die neue Textilarbeit kombiniert Stickerei Elemente und Fotografien von menschlichen Formen, Tieren und Pflanzen.

     

    Das Bild des Alpenweges wurde von der Künstlerin selbst aufgenommen: Es stellt die Baumgrenze dar, an der sich die Vegetation verändert. Die Sträucher erinnern an Melsheimers Interesse an Formschnittbäumen, die durch menschliche Eingriffe entstanden sind, hier aber in der Natur zu finden sind, die von den ökologischen Gegebenheiten geprägt ist. Diesem Bild einer natürlichen Umgebung gegenübergestellt, ist eine urbane Landschaft, die von großen Beinen dominiert wird, die mit einem Textil überzogen sind, welches an den Füßen in wurzelartigen Ausstülpungen endet und auf das Eindringen natürlicher Formen in das Stadtleben verweist.

  • Ausstellungsansicht: Isa Melsheimer, false ruins and lost innocence, Esther Schipper, Berlin, 2020. Foto © Andrea Rossetti
    Ausstellungsansicht: Isa Melsheimer, false ruins and lost innocence, Esther Schipper, Berlin, 2020. Foto © Andrea Rossetti
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